Digital fotografieren - richtig gekauft
Jetzt an nächste Weihnachten denken!
Sie lesen richtig, kein Tippfehler: "Nächste Weihnachten" jetzt vorbereiten!. Weil Weihnachten 2008 vor der Türe steht und Computerartikel immer ein Geschenkthema sind, ist es gerade jetzt richtig, schon an das übernächste Weihnachten zu denken. Warum?
Wer gerne fotografiert kann sich z.B. überlegen, ob nicht gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für die Anschaffung einer digitalen Kamera ist. Um damit das ganze Jahr über Fotos zu machen und nächstes Jahr an Weihnachten dann ein selbstgemachtes Fotobuch oder einen Kalender mit den eigenen Fotos zu verschenken.
Man kann auch mit normalen Papierbildern einen Kalender gestalten, keine Frage. Aber ungleich flexibler können die Bilder auf dem PC bearbeitet, verändert, montiert und dann direkt (per CD, Speicherkarte oder Internet) an das Fotolabor geschickt werden. Sieht schon schicker aus, als aufgeklebt. Und schwer zu lernen ist das nicht.
Übrigens: selbstgemachte Kalender müssen nicht nur im Januar beginnen, auch ein Start unter dem Jahr ist möglich, um dann 12 Monate lang bis zum nächsten Geburtstag ihren Dienst zu tun.
Worauf sollte man bei der Anschaffung einer digitalen Kamera achten?
Pauschal ist das nicht zu beantworten. Wer bislang gerne und viel fotografiert hat, wird zu Recht darauf achten, dass man die Möglichkeiten der analogen Kamera bei der digitalen Kamera wiederfindet. Spiegelreflex-Freunde, die es gewohnt sind, Objektive zu wechseln, können beim Hersteller ihrer Kamera schauen, ob die vorhandenen Objektive an einem digitalen Gehäuse auch funktionieren (Pentax, Minolta- heute Sony, manche Nikon und Canon-Geräte, bis ca. 10 Jahre alt könnte das gut klappen). Und nicht von den (Mediamarkt-)Verkäufern abwimmeln lassen, da fast alle immer sagen, das ginge doch gar nicht. Einfach Objektiv mitnehmen und ausprobieren.
Aber es muss keine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) sein. Heutige Kameras kommen oft mit Zoom-Objektiven, die vom (leider nur) schwachen Weitwinkel bis zum großen Zoom alles in einem Gehäuse bieten. Wichtig ist dabei, auf den Hersteller der Objektive zu achten: Zeiss (Sony), Schneider Kreuznach (Samsung, Kodak, LG), Leica (Panasonic) sind alteingesessen und bieten hier auch bei kompakten Kameras mit Sicherheit gute Bildqualität.
Ein klassischer Sucher, bei dem man durch die Kamera hindurch das Motiv fixiert, ist nie falsch. Viele Kameras kommen jedoch nur noch mit einem kleinen Monitor, der das Bild anzeigt und entsprechend weit vom Körper weg gehalten werden muss, damit man das Motiv erkennen kann. Das muss gelernt werden: verwackeln, verlieren des Motivs aus dem Bild durch kleine Bewegungen, all das muss ausprobiert werden.
Wichtiges Kriterium: Auflösung
Digitale Kameras empfangen das Bild auf einem Chip, die Anzahl der lichtempfindlichen Punkte auf dieser kleinen Fläche bestimmt die Auflösung - leider nicht unbedingt die Qualität. Für einen Abzug in der Größe einen DIN A4-Blattes (z.B. der St.Georgener Bote), genügen 6 Mio. Pixel (6 MP, Megapixel) völlig. Alles andere ist – mit Ausnahme weniger Kameras – oft qualitativ eher nachteilig, weil die Chips häufig gleich groß bleiben und von Generation zu Generation auf der gleichen Fläche mehr Bildpunkte verarbeiten müssen. Der analoge Fotograf kennt das Phänomen des Bildrauschens oder der Körnigkeit, genau dieses Problem wird durch die immer höhere Auflösung bei Kompaktkameras produziert (detailliert nachzulesen hier: www.6mpixel.org). Bei den DSLR sieht es anders aus, da im Laufe der Jahre dort nicht nur die Pixelanzahl sondern häufig auch die Chipgröße gewachsen ist. Inzwischen gibt es sogenannte Vollformatkameras, bei den der Chip genauso groß ist, wie ein Kleinbild-Negativ (also 24*36 mm) oder etwa halb so groß (z.B.: APS-C mit 15*22mm oder 4/3“ mit 18*13,5 mm). Bei kompakten Kameras sind die Chips häufig (sehr) viel kleiner. Die gängigen Größen 2/3“ (6,6*8,8 mm), 1/1,8“ (5,3 * 7,2 mm) oder 1/2,5“ (4,3 * 5,8 mm) sind eigentlich viel zu klein für wirklich gute Bilder (im Detail: 6mpixel.org/?page_id=94) und bieten bei guter Qualität nur Platz für maximal 6 MP, 4 MP oder 2,7MP. Informationen über die verwendete Chipgröße findet man häufig leider nicht auf den Verkaufsverpackungen, allenfalls in den Verkaufsprospekten oder auf einschlägigen Internetseiten, z.B. bei www.digitalkamera.de/Schnellzugriff/Kameras.aspx. Hier sind nahezu alle historischen und aktuellen digitalen Kameramodelle mit ausführlichen Datenblättern aufgeführt, die Chipgröße ist dort ein eigener Unterpunkt!
Verwackeln vermeiden
Häufig wird mit technischen Verfahren zum Vermeiden von verwackelten Bildern geworben. Hier gibt es zwei grundlegend verschiedene Wege. Einmal ein rechnerisches (Elektronische Bildstabilisierung über Belichtungszeitanpassung), das wir im Grunde aus der analogen Zeit kennen: der Chip wird per Software empfindlicher gemacht (DIN/ASA wird erhöht) und dadurch die Belichtungszeit verringert. Das hat oft einen Qualitätsverlust durch erhöhtes Bildrauschen zur Folge.
Das andere Verfahren ist ein Chip, der die Bewegung der Kamera misst und den „Film“ gegensteuert (optischer Bildstabilisator). Bei Kompaktkameras ist es egal, ob der Chip im Gehäuse oder im Objektiv sitzt, bei digitalen Spiegelreflexkameras nicht unbedingt. Bei einigen Herstellern (Pentax, Samsung, Minolta/Sony, Fujifilm) sitzt er unter dem Belichtungschip und funktioniert so auch mit „alten“ analogen Objektiven, bei anderen (Canon, Nikon, Leica, Sigma, Panasonic) ist er jeweils im Objektiv angebracht und hat bei „alten“ analogen Objektiven keine Wirkung.
Ausführlich informieren – Zeit lassen
Bevor Sie also bei einem „guten Angebot“ schnell zugreifen, notieren Sie sich die genaue Bezeichnung der Kamera (alle Zahlen und Buchstaben, viele Modelle eines Herstellers haben sehr ähnliche Namen) und schauen Sie im Internet nach, welche technischen Daten die Kamera zu bieten hat.
Die hier im Text aufgeführten Internetadressen finden Sie auch auf der Homepage der Computerschule Freiburg unter: www.computerschule-freiburg.de/ links zum einfacheren Anklicken. Ich aktualisiere diese Links in regelmässigen Abständen.
Viel Spaß beim Kalender- und Fotobuchgestalten wünscht Ihnen
Ihr Klaus-Dieter Käser
